Pflege von Angehörigen macht krank- Ergebnisse des DAK Pflegereports 2015

24.09.2015

Die Pflege von Angehörigen macht krank. Das geht aus den Ergebnissen des aktuellen Pflegereports 2015  der DAK hervor, der heute in Berlin im Rahmen des DAK-Pflegetags vorgestellt wurde. Rund 20 Prozent aller pflegenden Angehörigen würden unter einer Depression leiden. Auch Angst- und Schlafstörungen kämen bei pflegenden Angehörigen häufiger vor als in Vergleichsgruppen.  

Für die Umfrage wurden Daten von 500.000 DAK-Versicherten erhoben und ausgewertet, darunter die von 12.000 pflegenden Angehörigen. Parallel dazu hatte die DAK eine repräsentative Forsaumfrage zum Thema in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse ebenfalls in die Auswertung einflossen. Über die Hälfte der Befragten stufte die eigene Belastung als hoch bis sehr hoch ein. Rund 50 Prozent gaben körperliche, 68 Prozent psychische Beschwerden und 71 Prozent zeitliche Überforderungen an. Die Ergebnisse zeigten jedoch auch auf, dass Hilfsangebote der Pflegekassen nur unzureichend genutzt würden und vor allem Zeitmangel ein ausschlaggebender Faktor und größte Hürde hierbei sei. Daher müssten nach Aussagen von Prof. Dr. Herbert Rebscher, DAK-Vorstandsvorsitzender,  Hilfen für pflegende Angehörige genauer auf die Bedürfnisse der Betroffenen zugeschnitten werden.

Der  Online-Pflegecoach- zeitsparende Soforthilfe für pflegende Angehörige

Um dem Zeitproblem der Pflegenden gerecht zu werden, hat die DAK einen kostenlosen Online-Pflegekurs entwickelt, der 39 Lernmodule und illustrierte Schritt für Schritt-Anleitungen beinhalte sowie Antworten auf Fragen liefere,  wie:  Wie beantragt man Pflegegeld? Wie wäscht man jemanden, der nicht aufstehen kann oder wie sorgt man trotz der hohen Pflegebelastung auch für sich selbst. Auch die Vernetzung und der Austausch mit anderen pflegenden Angehörigen solle über das neue Portal ermöglicht werden.

 Als "ausgesprochen verdienstvoll" bezeichnet Prof. Dr. Thomas Klie, führender Pflege-,  Sozial- und Rechtswissenschaftler,  die Initiative der DAK, sich verstärkt den Bedürfnissen und Belastungen pflegender Angehöriger zu widmen und mit dem Online-Pflegecoach ein für jedermann zur Verfügung stehendes  und jederzeit abrufbares  Unterstützungsangebot geschaffen zu haben. Von den insgesamt 2.6 Millionen Pflegebedürftigen in ganz Deutschland würden zwei Drittel zu Hause betreut. Seiner Ansicht nach sei es daher auch dringend erforderlich - insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und dem Wunsch der meisten Menschen nach einer Pflege in den eigenen vier Wänden  - entsprechend wohnortnahe Betreuungs-, Versorgungs- und Assistenzangebote auf kommunaler Ebene zu schaffen. 

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